Schulter

„Mir tut meine Schulter weh“– ein sehr häufiger Satz in jeder orthopädischen Praxis. Hier bereits ist es ganz wichtig, eine genaue Anamnese durchzuführen, um das eigentliche Problem weitesgehend lokalisieren zu können. Denn viele Patienten, denen die Schulter wehtut, beklagen auch eine Ausstrahlung in den Arm, über den Ellbogen bis in die Finger hinein. Letztere würden auch zwischendurch mal Kribbeln ist dann eine weitere Aussage, die dann dazu führt, dass die Schulter in diesen Fällen meist nicht Verursacher des Schmerzes ist.

In der Regel haben die klassischen „Schulter-Patienten“ eine Bewegungseinschränkung in diesem Gelenk, meist bedingt durch Schmerzen. Die Nachtruhe ist oft gestört, die tägliche Hygiene ist eingeschränkt. Grundsätzlich kann man den Arm eigentlich in alle Richtungen bewegen, dieses ist dem Kugelgelenk Schulter zu verdanken. Dabei haben wir einen relativ großen Gelenkkopf mit einer kleinen Pfanne, wodurch dieses Bewegungsausmaß uns erst möglich wird. Um nun zu verhindern, dass der Kopf ständig aus der Schulterpfanne herausrutscht, halten uns Gelenklippen vorne und hinten den Kopf in dieser Ebene fest.

Unsere Rücken-, Brust- und äußere Schultermuskulatur dient zusätzlich zur Stabilisierung, jedoch ist die so genannte Rotatorenmanschette die wichtigste muskuläre Einheit, um den Oberarmkopf auch in der Gelenkpfanne zu zentrieren. Wie der Name schon sagt, ermöglicht uns die Sehnenmanschette die Rotation. Sie sorgt dafür, dass wir unseren Arm nach außen und nach innen drehen können. Haben wir unseren Arm 90° seitlich angehoben, dann unterstützt uns die Rotatorenmanschette dabei, den Arm ganz nach oben zu strecken. 

Enge-Syndrom

Unter einem Enge-Syndrom (Impingement) versteht man ein zu geringes Platzangebot für die Rotatorenmanschette zwischen dem Oberarmkopf und dem Schulterdach, gebildet aus dem Schultereck. Zu geringe körperliche Aktivität oder auch das ständiges Arbeiten am Computer sorgen dafür, dass wir unsere Schultern tendenziell nach vorne ziehen. Das allein führt dann bei anlagebedingtem engen Raum häufig zu Symptomen. Ein gezieltes Training der hinteren Schulter- und Rückenmuskulatur sorgt dafür, dass diese Patienten auf konservativem Weg symptomfrei werden. Das Schultereck bildet zusammen mit dem äußeren Schlüsselbein das so genannte Schultereckgelenk. Durch Unfälle oder Verschleiß im Laufe des Lebens kommt es hier zu einer Arthrose. Allein durch die hieraus entstehenden knöchernen Anbauten kann sich ein Impingement ergeben. Häufig kommt es aber auch zu einem Herabsenken des Schulterecks, hierdurch wird der Raum ebenfalls verringert. Die betroffenen Patienten beklagen eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung, Störung der Nachtruhe, ausstrahlende Schmerzen in den äußeren Oberarm. Hat sich die Verdachtsdiagnose in der MRT-Untersuchung bestätigt, dann bleibt bei einer erfolglosen konservativen Therapie meist nur noch die Operation. Im Rahmen eines ambulanten Eingriffes wird beim sitzenden Patienten mithilfe der Schlüsselloch-Technik die knöcherne Dicke des Schulterecks reduziert, also von unten ein Stück Knochen weggefräst. Meist muss auch noch der entzündete Schleimbeutel mit entfernt werden, dieser bildet sich jedoch in den Wochen nach der Operation wieder neu.

Rotatorenmanschette-Läsion

Wie bereits beschrieben ist die Rotatorenmanschette hauptverantwortlich für die gute Beweglichkeit im Schultergelenk. Verschiedene Faktoren können im Laufe des Lebens die Qualität dieser Sehnenplatte verschlechtern. Durch ein bestehendes Enge-Syndrom (Impingement) kommt es erst zum Aufrauhen der Sehnenplatte. Im weiteren Verlauf kann schließlich eine normale Bewegung des täglichen Lebens dazu führen, dass die Sehne vom Knochen abreißt. Dieses geschieht in der Regel nur bei einer sehr vorgeschädigten Sehne oder beim älteren Menschen. Unfallbedingte Abrisse der Rotatorenmanschette kommen hingegen nur selten vor. Letzlich muss bei einem Riss dieser Sehnenplatte eine Naht, also eine eigentliche Refixation der Sehne am Knochen, empfohlen werden, da dieses sonst zu einer Arthrose des Schultergelenkes führt. Dieser ambulante Eingriff wird regelmäßig durch mich durchgeführt. Mithilfe der Schlüsselloch-Technik wird die Sehne mobilisiert und mit Fiberglasfäden und Schraubankern am Knochen wieder fixiert.

Gelenklippen Läsion

Die Gelenklippen dienen der Stabilisierung des Oberarmkopfes in der Schulterpfanne. Vor allen Dingen durch Unfall-Ereignisse kann es zu einer Luxation (Ausrenken) des Oberarmkopfes kommen. Dabei wird nicht nur der hintere Oberarmkopf in der Regel verletzt, sondern meist auch die vordere Gelenklippe und teilweise auch die angrenzende Gelenkpfanne.

Eine MRT – Diagnostik bringt dann die Gewissheit über den entstandenen Schaden. Im Anschluss muss besprochen werden, ob ein konservativer Behandlungsversuch erfolgsversprechend ist. Spätestens bei einer erneuten Luxation, die dann meist ohne Trauma stattfindet, ist eine Stabilisierungs-Operation indiziert, um weitere Gelenk- und Knorpelschäden zu verhindern. Bei diesem ambulanten Eingriff wird die geschädigte vordere Gelenklippe von mir mobilisiert und mithilfe von Fiberglas-Fäden und Schraubankern wieder an den Rand der Gelenkpfanne fixiert. Zur sicheren Stabilisierung kann in bestimmten Fällen auch noch die Gelenkkapsel mit angenäht werden.